Mit dem festen Vorsatz, sich endlich einmal für das Finale der Deutschen Amateurmeisterschaft zu qualifizieren, war Torsten Werbeck zur letzten Vorrunde des RAMADA-Cup 2006/07 nach Magdeburg gereist.
Doch bereits die erste Runde in der Wertungskategorie von 2100–2300 entschied sein Turnierschicksal, als er klare Gewinnstellung gegen den Vertreter des Deutschen Blindenschachbundes, Frank Schellmann, sogar noch zum Verlust verdarb. Danach kam Torsten überhaupt nicht mehr in Tritt und musste nach einem Sieg und drei Remisen mit 2½/5 auf dem 11. Platz enttäuscht mit Elo- und DWZ-Minus die Heimreise antreten.
Bei der 5. Runde der Wuppertaler Stadtmeisterschaft mustten sowohl Markus Boos als auch Christopher Blomel gegen nominell schwächere Spieler antreten und waren daher favorisiert. Jedoch schien sich das nur bedingt bestätigen zu wollen: Markus Boos erreichte gegen Peter Wiesemann (1705) schnell eine ausgeglichene Stellung. Die Partie überschritt lange Zeit nicht die Remisbreite, bis Markus’ Gegner in einem remislichen Endspiel plötzlich völlig den Faden und damit auch die Partie verlor.
Christopher Blomel ging hoch ambitioniert an die Partie heran und wählte gegen die Sizilianische Verteidigung von Jürgen Wencki (1637) das Morra-Gambit. Er baute schnell in typisch riskanter Manier eine taktische Stellung auf, in der Weiß trotz des schwarzen Mehrbauern gute praktische Chancen aufweisen konnte. Im weiteren Verlauf der Partie zeigte Christopher seinem Opponenten, dass ihm die Partie durchaus ernst war und opferte in Zeitnot einen Bauern, um weiteren Druck aufzubauen. Als es ihm endlich gelang, brachial in die Stellung einzudringen, fand er keinen weiteren Plan zum Matt, gewann zwar einen Turm, übersah aber dabei das extrem starke Gegenspiel in Form eines Mattangriffes und musste sich schließlich unter Materialverlust geschlagen geben.
Somit hält sich Markus weiter auf dem 1. Platz, während Christopher auf Platz 7 abgerutscht ist und auf ein versöhnliches Ergebnis in den beiden Endrunden hofft.
Markus Boos hatte seine Partie der vierten Runde der Wuppertaler Stadtmeisterschaft vorverlegt und bereits einen sicheren Sieg gegen Joseph Krük (ESG, 2002) erringen können. So war es nun an Christopher Blomel, sein bislang gutes Ergebnis zu halten. Deshalb ging er sehr ambitioniert an die Partie gegen Raphael Janz (SV Welper, 1808) heran und konnte in gewohnter Manier eine komplexe Stellung der Hort-Antoschin-Variante in der Holländischen Verteidigung aufbauen und mit den schwarzen Steinen schnell Ausgleich und zwischenzeitlich eine bessere Stellung mit dynamischem Figurenspiel erreichen. Doch im Laufe der Partie verlor Christopher völlig den Faden und verschlechterte seine Stellung zunehmend, um sie in der Zeitnotphase noch zu einer Endspiel-Ruine zu verderben. Daher war es sehr überraschend, dass Raphael Janz das frustrierte Remisgebot annahm.
Nach dieser Punkteteilung steht Christopher nun auf dem 4. Platz und muss am 27. April gegen Jürgen Wencki (Neviges, 1637) antreten, während Markus Boos seinen derzeitigen ersten Platz gegen Peter Wiesemann (ESG, 1705) verteidigen muss.
Wie bereits in den Vorjahren war auch diesmal eine Solinger Delegation beim größten Oster-Schachfestival in Deizisau vom 05.–09.04.2007 am Start. Trotz der Konkurrenz durch die Europameisterschaft in Dresden waren in der kleinen Stadt am Neckar wieder über 600 Spieler in drei verschiedenen Open und einem Kinder-Schnellturnier am Start.
Von den sieben Solingern konnte individuell keiner wirklich zufrieden sein, dafür konnte das Quartett Wegerle-Drabke-Kniest-Peschel zumindest die Mannschaftswertung im A-Turnier gewinnen. Mannschaftspreis in Deizisau weiterlesen →
Während die Masse der europäischen Titelträger über die Osterfeiertage nach Dresden oder Deizisau pilgerte, zog es unseren IM Michael Hoffmann vom 05.–09.04.2007 in das beschauliche Lenk, wo Veranstalter Robert Spörri erneut gute Konditionen im Rahmen seiner Schweizer Beochess-Serie anbot.
Unter den 106 Teilnehmern befanden sich 4 GM und 7 IM, wobei Michael an Position 6 der Setzliste rangierte. Nach zwei Pflichtsiegen zum Auftakt ließ er in den Folgerunden einige Remisen zu, so dass er stets im Schatten der Tabellenspitze agierte. Doch während sich die Spitzenbretter in der Schlussrunde alle Unentschieden trennten, konnte Hoffmann seine Schlussrundenpartie gegen den Schweizer Curien (2251) gewinnen und kam somit auf 5½/7, was den geteilten 1.–7. Platz bedeutete. Leider wies er die schlechteste Wertung dieser Punktegruppe auf, konnte aber dennoch insgesamt zufrieden sein.
Während seine achte Mannschaft an diesem Wochenende den Aufstieg sicherte, nahm Stephan Kaiser traditionell am Schloss-Open im westfälischen Werther teil, das stets am ersten Wochenende der Osterferien ausgetragen wird und in diesem Jahr bereits seine 13. Auflage erlebte.
Im D-Open für Spieler mit einer DWZ unter 1550 waren 64 Teilnehmer am Start, wobei sich unser Rechtsanwalt als Fünfter der Setzliste durchaus reale Hoffnungen auf einen Sprung in die Preisränge machen konnte. Doch nach einem standesgemäßen Sieg zum Auftakt spielte er in den Doppelrunden am Samstag und Sonntag zwar sicher, aber mitunter ohne das letzte Risiko, so dass letztlich vier Remisen dabei heraussprangen.
So plazierte er sich mit 3/5 auf dem 17. Platz und musste auch leichte DWZ-Verluste hinnehmen.
Mit einem Resultat im Rahmen der Erwartungen beendeten unsere beiden Teilnehmer das DSK-Open in Düsseldorf. Dirk Schockenbäumer verpasste den Sprung in die Preisränge durch eine Niederlage in der Vorschlussrunde gegen den Gerresheimer Zweitliga-Spieler FM Christoph Nogly (2269). Dafür konnte er im Schlussdurchgang den starken Heiner von Bünau (2107) bezwingen und landete so mit 5/7 auf dem geteilten 6.–12. Platz, was nach Wertung Rang 8 bedeutete.
Bei Torsten Werbeck setzte sich dagegen die Formkrise der vergangenen Monate auch in den Schlussrunden fort, so dass er über zwei Punkteteilungen gegen 1900er nicht hinauskam und mit 4½ Zählern und dem 16. Platz nach Wertung zufrieden sein musste.
Einen bitteren Verlauf nahm die Schlussrunde der Leverkusener Stadtmeisterschaft für Lokalmatador Markus Balduan. Nach einem dramatischen Duell unterlag er mit den schwarzen Steinen nach voller Spielzeit dem topgesetzten FM Efim Rotstein (2389). Markus hatte mit Läufer und Springer gegen das Läuferpaar und einen Bauern erfolgreich eine Festung aufgebaut, als ihm in der Finishphase ein fataler Fehlzug unterlief, nach dem die Partie verloren war. Damit fiel Markus, der das ganze Turnier geführt hatte, auf den undankbaren 5. Rang mit 5/7 zurück.
Auf die gleiche Punktzahl kam auch Andreas Peschel, der mit einem deutlichen Schlussrundensieg über den Kölner Frank Lommen (2215) sein starkes Turnier bestätigte und direkt hinter Balduan auf dem sechsten Platz einkam.
Mit zwei Siegen in den Schlussrunden konnte auch Torsten Werbeck sein missglücktes Turnier einiger Maßen retten und mit 4½/7 auf dem 17. Platz die DWZ-Verluste in Grenzen halten.
Etwas Pech hatte Clara Wirths, die in der Schlussrunde in Zeitnot gegen Dmitri Marcziter (2230) eine Figur einstellte und so mit 4/7 ins Mittelfeld zurückfiel. Doch der errungene Damenpreis sowie die 30 gewonnenen Elo-Punkte sollten ein adäquates Trostpflaster für das exzellente Turnier darstellen.
In der 3. Runde der Wuppertaler Stadtmeisterschaft standen sich unsere beiden Spieler Christopher Blomel und Markus Boos gegenüber. Die Partien verlief in der Rubinstein-Variante der Sizilianischen Verteidigung ruhig und ging schnell ins Endspiel über. Zwar konnte Christopher mit leichtem Vorteil aus der Eröffnung kommen, verdarb diesen jedoch durch einen falschen Abtausch binnen weniger Züge zu einer schlechteren Stellung und im späteren Verlauf zu einer Ruine. Doch spielte Markus in horrender Zeitnot das Endspiel zu ungenau, wodurch sich Christopher noch ein Remis erkämpfen konnte. Beide stehen nun mit 2½/3 auf dem geteilten 2. Platz.
Am 13. April findet die vierte Runde statt, in welcher Markus Boos auf den derzeit führenden Josef Krük (ESG, DWZ 2002) und Christopher auf Raphael Janz (SV Welper, DWZ 1809) treffen wird.
In der 2. Runde der Wuppertaler Stadtmeisterschaft wurden sowohl Christopher Blomel als auch Markus Boos ihrer Favoritenrolle gerecht. Christopher konnte gegen den Youngster der Elberfelder SG 1851, Ilja Ilin (DWZ 1328), bereits in der Eröffnung einen Bauern erobern und daraus trotz zähen Widerstand seines Gegners mit einer Schlusskombination im Endspiel einen Läufer gewinnen, worauf hin Ilja die Waffen streckte. Markus hingegen hatte mit dem ebenfalls bei der ESG spielenden Alfred Güthler (DWZ 1756) ein ungleich schwereres Los, da er zwar im frühen Mittelspiel eine Qualität gewinnen konnte, doch seine Stellung leicht verdächtig war. So war Chaissa auf Markus’ Seite, als Alfred Güthler in guter Stellung die Zeit überschritt und somit die 100-%-Performance der Solinger Spieler sicherstellte. Dies ändert sich aber in der 3. Runde am 23.3., da dann Markus Boos und Christopher Blomel aufeinandertreffen werden.